Energie & Technik
Moderne Landwirtschaft braucht moderne Lösungen
Landwirtschaft ist heute ein technisch anspruchsvoller Beruf. Auf dem Feld, im Stall, bei der Lagerung und in der Energieversorgung arbeiten wir mit moderner Technik, die uns hilft, präziser, effizienter und verlässlicher zu arbeiten.
Dabei geht es nicht darum, jede technische Neuerung mitzumachen. Entscheidend ist, was im täglichen Betrieb funktioniert und uns wirklich weiterbringt.
Energie selbst erzeugen und nutzen
Unser Betrieb benötigt viel Energie. Kühlhäuser und Lagertechnik brauchen Strom, in der Tierhaltung werden zusätzlich Strom und Wärme benötigt. Deshalb beschäftigen wir uns schon seit vielen Jahren mit der eigenen Energieerzeugung.
Heute verbinden wir Photovoltaik, Blockheizkraftwerke, Wärmespeicherung und Batteriespeicher zu einem Energiesystem, das auf die unterschiedlichen Anforderungen des Betriebs abgestimmt ist.
Unser Ziel ist es, einen möglichst großen Teil der benötigten Energie selbst zu erzeugen und direkt auf dem Hof zu nutzen.
Mehr als zwei Megawatt Photovoltaik
Auf den Dächern unserer Betriebsgebäude arbeiten mehrere Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von inzwischen mehr als zwei Megawatt.
Ein möglichst großer Teil des erzeugten Stroms wird dort genutzt, wo er entsteht. Das passt besonders gut zu unserem Betrieb, denn Kühlung, Lagerung, Aufbereitung und Stalltechnik sorgen über den Tag hinweg für einen kontinuierlichen Energiebedarf.
Die eigene Stromerzeugung ist damit längst kein zusätzlicher Bereich mehr, sondern ein fester Bestandteil unserer betrieblichen Infrastruktur.
Strom und Wärme zusammendenken
Neben den Photovoltaikanlagen setzen wir Blockheizkraftwerke ein. Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme und sind deshalb für unseren Betrieb besonders interessant.
Vor allem in der Tierhaltung wird Wärme benötigt. Junge Ferkel brauchen deutlich höhere Temperaturen als ausgewachsene Tiere. Die entstehende Wärme kann deshalb direkt im Betrieb genutzt oder zunächst in großen Warmwasserspeichern zwischengespeichert werden.
Auch überschüssiger Solarstrom lässt sich zur Wärmeerzeugung einsetzen. So können wir unterschiedliche Energiequellen miteinander verbinden und je nach Bedarf nutzen.
Speichern, wenn Energie verfügbar ist
Ein Batteriespeicher ergänzt inzwischen unsere Energieversorgung. Er nimmt selbst erzeugten Strom auf und stellt ihn wieder zur Verfügung, wenn er an anderer Stelle im Betrieb gebraucht wird.
Gleichzeitig hilft der Speicher dabei, Lastspitzen abzufangen. Wenn Kühlung, Maschinen und andere Anlagen gleichzeitig viel Strom benötigen, kann ein Teil dieser Leistung aus dem Speicher bereitgestellt werden.
Für die Erweiterung der Energieversorgung wurde auch die elektrische Infrastruktur des Hofes ausgebaut. Dazu gehören ein neuer Transformator und ein Mittelspannungsanschluss.
So geht es uns nicht nur darum, Energie zu erzeugen. Entscheidend ist, Erzeugung, Speicherung und Verbrauch möglichst sinnvoll miteinander zu verbinden.
Präzision auf dem Feld
Auch im Ackerbau hat sich die Arbeit durch moderne Technik stark verändert. Maschinen lassen sich heute präzise führen, Arbeitsgänge genauer planen und Betriebsmittel gezielter einsetzen.
GPS-gestützte Technik unterstützt uns unter anderem bei Aussaat, Pflege und Pflanzenschutz. Je genauer Maschinen arbeiten, desto besser lassen sich Überlappungen vermeiden und Saatgut, Dünger oder Pflanzenschutzmittel dort einsetzen, wo sie benötigt werden.
Moderne Landwirtschaft bedeutet deshalb nicht einfach größere Maschinen. Sie bedeutet vor allem, vorhandene Technik genauer und effizienter einzusetzen.
Technik arbeitet auch nach der Ernte
Mit der Ernte endet der technische Aufwand nicht. Kartoffeln und Zwiebeln müssen über Wochen oder Monate unter möglichst gleichbleibenden Bedingungen gelagert werden.
In unseren Lagern werden Luftführung, Kühlung, Temperatur und Feuchtigkeit gezielt gesteuert. Je nach Produkt nutzen wir unterschiedliche Lagerverfahren – von der losen Lagerung mit Belüftung bis zum gekühlten Kistenlager.
Aufbereitungsanlagen unterstützen anschließend beim Reinigen und Befüllen der Kisten. Dabei kommt es auch auf einen besonders schonenden Umgang mit den Produkten an. Kartoffeln beispielsweise reagieren empfindlich auf Druck und Fallhöhen.
Moderne Lagertechnik trägt damit unmittelbar dazu bei, Qualität zu erhalten und unsere Produkte über einen langen Zeitraum anbieten zu können.
Digitalisierung und KI
Technik entwickelt sich weiter
Digitale Systeme gehören in vielen Bereichen längst zum Alltag unseres Betriebs. Im Stall werden beispielsweise Klima und Fütterung überwacht, im Ackerbau unterstützen digitale Daten und präzise Maschinensteuerung die tägliche Arbeit.
Der nächste Schritt ist für uns der verstärkte Einsatz kamera- und KI-gestützter Technik. Für die kommende Saison ist eine optische Sortieranlage geplant, die Kartoffeln und Zwiebeln während der Aufbereitung mit Kameras erfasst. Fremdkörper und beschädigte Ware können automatisch erkannt und aussortiert werden.
Auch auf dem Feld werden solche Systeme in Zukunft eine größere Rolle spielen. Kameras können Pflanzen unterscheiden und ermöglichen es, einzelne Bereiche oder Pflanzen gezielter zu behandeln.
Wir beobachten diese Entwicklungen genau. Denn neue Technik ist für uns dann interessant, wenn sie Arbeit erleichtert, Ressourcen spart oder Abläufe verbessert – und damit einen echten Nutzen für den Betrieb hat.

